Zahnimplantate: Revolution im Zahnersatz

Erfahren Sie alles über Zahnersatz mit Zahnimplantaten: Ablauf, Kosten und Vorteile. Dubi Dental informiert Sie kompetent & transparent.
Dr. Ayhan Akyildiz
October 8, 2025
9
Min Lesezeit

Der Mensch bekommt im Laufe seines Lebens zwei Sätze Zähne geschenkt. Die Milchzähne, die uns durch die Kindheit begleiten, und die bleibenden Zähne, die – im Idealfall – ein Leben lang ihren Dienst tun. Doch die Realität sieht häufig anders aus. Karies, Parodontitis, Unfälle – es gibt viele Gründe, warum Zähne vorzeitig verloren gehen. Bis vor wenigen Jahrzehnten blieben dann nur unbefriedigende Optionen: eine Lücke, eine herausnehmbare Prothese oder eine Brücke, die das Beschleifen gesunder Nachbarzähne erfordert.

Das Zahnimplantat hat dieses Bild grundlegend verändert. Es ist, wenn man so will, eine dritte Dentition – keine natürliche, aber eine, die dem Original erstaunlich nahe kommt.

Die Entdeckung, die alles veränderte

Die Geschichte des modernen Zahnimplantats beginnt mit einem Zufall. In den 1950er Jahren untersuchte der schwedische Orthopäde Per-Ingvar Brånemark die Knochenheilung bei Kaninchen. Er hatte kleine Titankammern in ihre Knochen eingesetzt, um den Heilungsprozess zu beobachten. Als er die Kammern nach einigen Monaten entfernen wollte, machte er eine überraschende Entdeckung: Das Titan hatte sich so fest mit dem Knochen verbunden, dass eine Entfernung unmöglich war. Brånemark nannte dieses Phänomen Osseointegration – die direkte strukturelle und funktionelle Verbindung zwischen lebendem Knochen und einem metallischen Implantat.

Es dauerte weitere zwanzig Jahre, bis Brånemark seine Erkenntnisse auf die Zahnmedizin übertrug. 1965 setzte er dem ersten Patienten Titanimplantate ein. Der Mann, Gösta Larsson, trug diese Implantate bis zu seinem Tod im Jahr 2006 – über vierzig Jahre lang funktioniertüchtig. Die moderne Implantologie war geboren.

Was ein Implantat ist – und was nicht

Ein verbreitetes Missverständnis betrifft die Natur des Implantats selbst. Viele Patienten glauben, das Implantat sei der sichtbare Zahn. Tatsächlich ist es nur die Wurzel – eine kleine Schraube aus Titan oder Keramik, die chirurgisch in den Kieferknochen eingesetzt wird. Auf diese künstliche Wurzel wird nach einer Einheilphase ein Verbindungsstück geschraubt, das sogenannte Abutment. Erst darauf sitzt die Krone, der sichtbare Teil des neuen Zahnes.

Diese dreiteilige Konstruktion ahmt die Natur nach: Eine Wurzel, die im Knochen verankert ist und Kräfte überträgt; ein Übergang durch das Zahnfleisch; eine Krone, die kaut und lächelt. Der entscheidende Unterschied zu einer Brücke oder Prothese: Das Implantat steht für sich, es belastet keine Nachbarzähne, es überträgt Kaukräfte in den Knochen – genau wie ein natürlicher Zahn.

Der Ablauf einer Implantation

Der Weg zum Implantat beginnt mit einer gründlichen Diagnostik. Röntgenbilder, häufig auch dreidimensionale Aufnahmen mittels digitaler Volumentomografie, zeigen die Verhältnisse im Kiefer: Wie viel Knochen ist vorhanden? Wo verlaufen Nerven und Blutgefässe? Welche Implantatgrösse ist geeignet?

Der eigentliche Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung. Das Zahnfleisch wird vorsichtig geöffnet, der Knochen präpariert, das Implantat eingeschraubt und das Gewebe wieder verschlossen. Pro Implantat dauert dieser Vorgang etwa dreissig bis sechzig Minuten. Die meisten Patienten sind überrascht, wie unspektakulär sich der Eingriff anfühlt – vergleichbar mit einer Zahnentfernung, manchmal sogar weniger unangenehm.

Dann beginnt die Wartezeit. Drei bis sechs Monate braucht der Knochen, um das Implantat fest zu umschliessen. Im Unterkiefer, wo der Knochen dichter ist, geht es schneller. Im Oberkiefer, dessen Knochen poröser ist, dauert die Einheilung länger. Erst wenn die Osseointegration abgeschlossen ist, wird das Implantat freigelegt und mit Abutment und Krone versorgt.

Wenn der Knochen fehlt

Nicht immer sind die Voraussetzungen ideal. Nach dem Verlust eines Zahnes beginnt der Kieferknochen zu schrumpfen – ein natürlicher Prozess, da der Reiz des Kauens wegfällt. Je länger die Lücke besteht, desto mehr Knochen geht verloren. Manchmal reicht das verbleibende Knochenangebot nicht aus, um ein Implantat sicher zu verankern.

In solchen Fällen kann Knochen aufgebaut werden. Die Techniken sind vielfältig: Körpereigener Knochen, etwa aus dem Kiefer oder dem Becken, kann transplantiert werden. Häufiger kommen heute Knochenersatzmaterialien zum Einsatz, synthetische oder tierische Substanzen, die als Gerüst dienen und vom Körper nach und nach durch eigenen Knochen ersetzt werden. Diese Augmentationen verlängern die Behandlung und erhöhen die Kosten, machen aber Implantationen möglich, die sonst ausgeschlossen wären.

Risiken und Grenzen

Zahnimplantate gehören zu den am besten dokumentierten Verfahren der modernen Zahnmedizin. Langzeitstudien zeigen Erfolgsraten von über 95 Prozent nach zehn Jahren. Dennoch gibt es Risiken. Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können Infektionen auftreten, Nerven gereizt werden, Wundheilungsstörungen vorkommen.

Das grösste Langzeitrisiko ist die Periimplantitis – eine Entzündung des Gewebes um das Implantat, vergleichbar mit der Parodontitis bei natürlichen Zähnen. Sie entsteht durch bakterielle Beläge und kann unbehandelt zum Verlust des Implantats führen. Die wichtigste Prävention ist sorgfältige Mundhygiene und regelmässige professionelle Nachsorge – ein Implantat braucht mindestens so viel Pflege wie ein natürlicher Zahn.

Die Kosten – eine Investition

Ein einzelnes Zahnimplantat inklusive Krone kostet in der Schweiz zwischen 3000 und 5000 Franken. Hinzu kommen können Kosten für Diagnostik, Knochenaufbau oder besondere prothetische Lösungen. Die obligatorische Krankenversicherung übernimmt diese Kosten in der Regel nicht; Zahnzusatzversicherungen können einen Teil abdecken.

Die Summen sind erheblich. Doch sie relativieren sich, wenn man bedenkt, dass ein gut gepflegtes Implantat ein Leben lang halten kann – und dass die Alternativen, über Jahrzehnte gerechnet, oft nicht günstiger sind. Eine Brücke etwa muss nach fünfzehn bis zwanzig Jahren typischerweise erneuert werden und schädigt dabei die tragenden Pfeilerzähne.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Zahnimplantat in der Schweiz?Ein einzelnes Implantat inklusive Krone kostet zwischen 3000 und 5000 Franken. Zusätzliche Kosten können für Knochenaufbau oder aufwendige Prothetik entstehen.

Wie lange hält ein Zahnimplantat?
Bei guter Pflege und regelmässiger Nachsorge kann ein Implantat ein Leben lang halten. Langzeitstudien zeigen Erfolgsraten von über 95 Prozent nach zehn Jahren.

Ist das Einsetzen eines Implantats schmerzhaft?
Der Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung und ist währenddessen schmerzfrei. Nach der Operation können leichte Beschwerden auftreten, vergleichbar mit denen nach einer Zahnentfernung.

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Alessandro Moser
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