Die Angst vor dem Zahnarzt: Wie eine uralte Furcht überwunden werden kann

Zahnarztangst überwinden mit Lachgas, Dämmerschlaf oder Vollnarkose. Einfühlsame Behandlung bei Dübi Dental in Dübendorf.
med. dent. Yusein Ahmed
October 20, 2025
8
Min Lesezeit

Es beginnt oft schon Tage vorher. Ein leises Unbehagen, das sich steigert, je näher der Termin rückt. Schlafstörungen in der Nacht zuvor. Schweissausbrüche auf dem Weg in die Praxis. Manche Menschen erleben beim Zahnarzt regelrechte Panikattacken – Herzrasen, Atemnot, das Gefühl, fliehen zu müssen. Für sie ist der Zahnarztbesuch keine Routineangelegenheit, sondern eine Prüfung, der sie sich stellen müssen – oder der sie ausweichen, so lange es irgend geht.

Zahnarztangst, in ihrer ausgeprägten Form als Dentalphobie bezeichnet, betrifft schätzungsweise jeden zehnten Erwachsenen in der Schweiz. Viele weitere haben zumindest ein mulmiges Gefühl vor dem Besuch in der Praxis. Die gute Nachricht: Diese Angst ist kein Schicksal. Sie lässt sich verstehen, und sie lässt sich überwinden.

Die Wurzeln der Angst

Die Furcht vor zahnärztlichen Behandlungen hat viele Gesichter und ebenso viele Ursachen. Häufig stehen negative Erfahrungen am Anfang – eine schmerzhafte Behandlung in der Kindheit, ein ungeduldiger Arzt, das Gefühl, ausgeliefert zu sein. Solche Erlebnisse können sich tief einprägen und auch Jahrzehnte später Angstreaktionen auslösen. Das Gehirn hat gelernt: Zahnarzt bedeutet Gefahr.

Manchmal ist die Angst auch erlernt, ohne eigenes Erleben. Kinder, deren Eltern selbst ängstlich auf Zahnarztbesuche reagieren, übernehmen diese Haltung. Die elterliche Nervosität überträgt sich, die Warnung vor dem Bohrer wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Bei anderen Menschen ist die Zahnarztangst Teil eines grösseren Angstspektrums – eine Variante der Kontrollangst, der Angst vor Spritzen, der Klaustrophobie oder einer generalisierten Angststörung.

Die Situation auf dem Behandlungsstuhl vereint mehrere angstauslösende Elemente: Man liegt auf dem Rücken, in einer verletzlichen Position. Der Mund ist geöffnet, die Kommunikation eingeschränkt. Jemand anderes hat Instrumente in der Hand und Kontrolle über den Körper. Geräusche und Gerüche, die man mit unangenehmen Erfahrungen verbindet. Für Menschen mit entsprechender Veranlagung kann diese Kombination überwältigend sein.

Der Teufelskreis der Vermeidung

Angst führt zu Vermeidung. Das ist eine natürliche Reaktion, die kurzfristig Erleichterung verschafft. Langfristig jedoch verschärft sie das Problem. Wer aus Angst keine Kontrolltermine wahrnimmt, riskiert, dass kleine Probleme unbemerkt wachsen. Aus einer beginnenden Karies wird ein tiefer Defekt, aus einer leichten Zahnfleischentzündung eine fortgeschrittene Parodontitis.

Wenn dann doch ein Besuch unvermeidlich wird – etwa wegen starker Schmerzen –, ist die erforderliche Behandlung entsprechend umfangreicher. Ein aufwendiger Eingriff bestätigt die Angst: Der Zahnarzt bedeutet Schmerz und Unannehmlichkeit. Der Kreislauf schliesst sich, die nächste Vermeidungsphase beginnt. Menschen mit ausgeprägter Zahnarztangst haben statistisch eine schlechtere Mundgesundheit, leiden häufiger unter Karies, Zahnfleischerkrankungen und Zahnverlust.

Der Ausweg aus diesem Kreislauf erfordert einen bewussten Entschluss: sich der Angst zu stellen, statt ihr auszuweichen. Das klingt einfacher, als es ist. Doch es gibt Strategien, die den Weg erleichtern.

Strategien zur Bewältigung

Der erste und wichtigste Schritt ist die offene Kommunikation. Sprechen Sie Ihre Angst an – ein einfühlsamer Zahnarzt wird darauf eingehen. Die Scham, die viele Betroffene empfinden, ist unbegründet: Zahnarztangst ist keine Schwäche und kein Zeichen mangelnder Reife. Sie ist ein verbreitetes Phänomen, auf das jede gute Praxis eingestellt sein sollte.

Vereinbaren Sie ein Erstgespräch ohne Behandlung. Lernen Sie die Räumlichkeiten kennen, das Team, den Zahnarzt. Bauen Sie Schritt für Schritt Vertrauen auf. Besprechen Sie ein Handzeichen, mit dem Sie während der Behandlung signalisieren können, dass Sie eine Pause brauchen. Allein das Wissen, jederzeit stoppen zu können, reduziert das Gefühl des Ausgeliefertseins erheblich.

Manche Patienten finden Ablenkung hilfreich: Musik über Kopfhörer, ein Punkt an der Decke, auf den sie sich konzentrieren. Andere bevorzugen das Gegenteil – sie möchten genau wissen, was passiert, jeden Schritt erklärt bekommen. Beide Strategien sind legitim; finden Sie heraus, welche zu Ihnen passt. Entspannungstechniken wie tiefes, langsames Atmen können die körperlichen Symptome der Angst dämpfen.

Wenn Selbsthilfe nicht reicht

Bei ausgeprägter Dentalphobie stossen Selbsthilfestrategien manchmal an Grenzen. In diesen Fällen kann professionelle Unterstützung den Unterschied machen. Die kognitive Verhaltenstherapie ist bei spezifischen Phobien gut erforscht und oft schon in wenigen Sitzungen wirksam. Sie hilft, die Gedankenmuster zu erkennen und zu verändern, die der Angst zugrunde liegen.

Für Patienten, die eine Behandlung anders nicht bewältigen können, bieten wir in unserer Praxis in Dübendorf verschiedene Sedierungsmöglichkeiten an. Lachgas wirkt beruhigend und angstlösend; Sie bleiben dabei wach und ansprechbar, erleben die Situation aber gedämpft. Bei stärkerer Angst ist eine Behandlung im Dämmerschlaf möglich – eine medikamentöse Sedierung, bei der Sie die Behandlung wie durch einen Schleier wahrnehmen und sich später kaum daran erinnern. In besonders schweren Fällen oder bei umfangreichen Eingriffen kann eine Vollnarkose sinnvoll sein.

Diese Optionen sind keine Vermeidungsstrategien, sondern Brücken. Sie ermöglichen es, notwendige Behandlungen durchführen zu lassen und dabei positive Erfahrungen zu sammeln, die das alte Angstmuster nach und nach überschreiben.

Was wir für Sie tun können

In unserer Praxis nehmen wir Zahnarztangst ernst. Unser Team ist geschult, auf ängstliche Patienten einzugehen – mit Geduld, Einfühlungsvermögen und der nötigen Zeit. Wir erklären jeden Schritt, bevor wir ihn ausführen. Wir gehen in Ihrem Tempo vor. Niemand wird zu etwas gedrängt.

Unsere Räumlichkeiten sind hell und freundlich gestaltet, bewusst anders als das klinische Ambiente, das viele mit negativen Erinnerungen verbinden. Unsere Geräte sind modern und leiser als frühere Generationen. Wir verwenden wirksame Lokalanästhetika, damit Sie während der Behandlung keine Schmerzen spüren – und bei Bedarf ein oberflächliches Betäubungsgel, damit auch der Einstich kaum zu spüren ist.

Wenn Sie unter Zahnarztangst leiden, laden wir Sie ein, uns zu kontaktieren. Wir können zunächst ein unverbindliches Gespräch führen – ohne Behandlung, ohne Druck. Der erste Schritt ist oft der schwerste. Aber er lohnt sich.

Häufig gestellte Fragen

Was hilft gegen Zahnarztangst?
Offene Kommunikation mit dem Zahnarzt, schrittweiser Vertrauensaufbau, Entspannungstechniken und bei Bedarf professionelle Unterstützung durch Verhaltenstherapie oder Sedierungsmethoden wie Lachgas oder Dämmerschlaf.

Welche Sedierungsmöglichkeiten gibt es beim Zahnarzt?
Lachgas wirkt beruhigend bei vollem Bewusstsein. Dämmerschlaf ist eine medikamentöse Sedierung, bei der Sie die Behandlung gedämpft erleben. Vollnarkose ist für schwere Fälle oder umfangreiche Eingriffe möglich.

Kann man Zahnarztangst überwinden?
Ja, Zahnarztangst ist behandelbar. Mit den richtigen Strategien, einem einfühlsamen Zahnarzt und bei Bedarf therapeutischer Unterstützung kann die Angst deutlich reduziert oder ganz überwunden werden.

Jetzt online Termin buchen

Planen Sie Ihren Besuch, wann es Ihnen passt

Ich war bei Yuseik Ahmed, super Zahnarzt. Es wurde professionell und hygienisch gearbeitet. Das ganze Personal war super freundlich. Bin mit dem Resultat begeistert.
Alessandro Moser
Patient